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Dokumententyp: News



Mehrfach aufgeschobene Eröffnungstermine, explodierende Kosten und massive Fehlplanungen - in den letzten Monaten und Jahren sind solche Probleme bei öffentlichen Großbauprojekten nahezu zur Selbstverständlichkeit geworden. Der Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), Stuttgart 21 oder die Hamburger Elbphilharmonie sind dafür längst Paradebeispiele. In einer aktuellen Studie deckt die Technologie- und Innovations-Beratungsgesellschaft Invensity typische Stolperfallen bei Planung und Durchführung solcher Projekte auf und zeigt Optimierungspotentiale.

 

Invensity sieht den Ursprung der Probleme v. a. in einem unsachgemäßen oder oft sogar fehlenden Risikomanagement. Angesichts enormer Investitionssummen ein fataler Mangel, so Matthias Welge, Leiter des Ressorts Projektmanagement: "Allein für Stuttgart 21 haben sich die Kosten bis heute auf fast sieben Milliarden Euro erhöht - dennoch wurde das Objekt bis heute nicht fertiggestellt. Beginnt die erste Bauphase, bevor die endgültige Finanzierung abgeschlossen ist, ergeben sich eine Fülle von Risiken, welche jedes Projekt früher oder später einholen."

Da die anfänglichen Kalkulationen öffentlicher Großbauprojekte die Entscheidungsgrundlage für die Annahme oder Ablehnung des Projekts bildeten, gehe dies in der Regel zu Lasten eines kontinuierlichen Risikomanagements. Entstandene Mängel schon bei der Errichtung eines Gebäudes, Nachforderungen von General-Bauunternehmen, unklare Anforderungen vor Baubeginn, mangelnde Transparenz und enormer Kostendruck während der Ausschreibung führten schließlich zum Scheitern ambitionierter Großprojekte.

 

Laut Invensity hat die Kommunikation innerhalb der Projekte eine außerordentliche Bedeutung: Während bei mangelhafter Kommunikation zwischen den beteiligten Entscheidungsträgern umfangreiche kostenintensive Anpassungen vorprogrammiert seien, entzögen geschönte Kalkulationen Neubauten jegliche Grundlage für einen stabilen Projektverlauf. Matthias Welge rät zu einer offenen und ergebnisorientierten Kommunikation unter den Projektpartnern sowie zu frühzeitigem und praxisnahem Risikomanagement: „Führt man sich vor Augen, dass die monatlichen Kosten einer stillgelegten Großbaustelle ohne weiteres zweistellige Millionenbeträge erreichen können, wird schnell klar, dass eine optimierte Planung und Umsetzung von Großprojekten essentiell ist. So kann die Verwendung eines umfangreichen Lasten- und Pflichtenheftes zu mehr Transparenz führen und die Anforderungen vor und während des Bauvorhabens für alle beteiligten Parteien klar darstellen“, so Welge.