Starten Sie hier Ihre Digitalausgabe

Hier finden Sie die Formulare für Bauleiter

Hier finden Sie das
Archiv der Zeitschrift
"der bauschaden"

Schadensursachen erkennen

Bauschäden fachgerecht sanieren

Haftungsfälle vermeiden

TPL_ONLINTECH_ADDITIONAL_INFORMATION

= Inhalte verfügbar für Premiummitglieder   = Inhalte verfügbar für alle

Dokumententyp: News

Neue Richtlinie VDI/DVGW 6023
© VDI
Trinkwasserhygiene in Gebäuden hat einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Bewohner. Jedes Jahr erkranken nach Schätzungen des Umweltbundesamts allein in Deutschland ca. 30.000 Menschen an einer Lungenentzündung, die durch Legionellen hervorgerufen wird. Infektionsquellen sind häufig Trinkwasser-Installationen, die falsch geplant, ausgeführt oder betrieben werden. Wie die Qualität des Trinkwassers bis hin zur letzten Entnahmestelle gesichert werden kann, zeigt die neue Richtlinie VDI/DVGW 6023.

 

Entscheidend ist: Wasser muss fließen und die richtige Temperatur haben. Kaltes Wasser muss kalt, d. h. unter 25 °C bleiben, das Heißwassersystem darf nirgends kälter als 55 °C sein. Bei Wasser, das länger als 72 Stunden in einer Trinkwasser-Installation stagniert, kann nicht mehr von einem hygienisch einwandfreien Zustand ausgegangen werden. Schlimmer noch: Längere und wiederholte Stagnation in Leitungsteilen kann zu einer Verkeimung der gesamten Trinkwasser-Installation führen, die aufwändige Sanierungsmaßnahmen erforderlich macht. Eine Desinfektion einer einmal verkeimten Trinkwasser-Installation zeigt zumeist keinen nachhaltigen Erfolg, weil die Ursache der Verkeimung im Layout der Anlage oder im nicht bestimmungsgemäßen Betrieb zu suchen ist. Die Verantwortung trägt der Betreiber im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Er muss seine Installation und deren Schwachstellen kennen und sicherstellen, dass keine Gefahr für die Nutzer entsteht.

 

Die Bedeutung der Trinkwasser-Installation für gesundes Wohnen und Arbeiten verlangt eine Verständigung unter allen für Planung, Erstellung, Betrieb und Instandhaltung verantwortlichen Partnern – vom Hersteller über den Groß- und Einzelhandel bis hin zum Fachhandwerker und vom Gebäudeeigner oder –vermieter bis hin zum individuellen Mieter. Damit alle Beteiligten die nötigen Kenntnisse haben, legt die Richtlinie VDI/DVGW 6023 eine Schulung fest, in der zielgruppengerecht den Planern, Errichtern und Betreibern das Thema „Trinkwasserhygiene“ nahe gebracht wird. Die Richtlinie gilt für alle Trinkwasser-Installationen auf Grundstücken und in Gebäuden sowie für ähnliche Anlagen, z. B. auf Schiffen, und gibt Hinweise für die Planung, Errichtung, Inbetriebnahme, Nutzung, Betriebsweise und Instandhaltung aller Trinkwasser-Installationen.

 

Herausgeber der Richtlinie VDI/DVGW 6023 "Hygiene in Trinkwasser-Installationen; Anforderungen an Planung, Ausführung, Betrieb und Instandhaltung" ist VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik (GBG) in Kooperation mit dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW).