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Dokumententyp: News

Rollgitter mit Lichtschranke
© Teckentrup GmbH & Co. KG
Türen mit Sonderfunktionen (insbesondere Feuerschutztüren), Feststellanlagen sowie „kraftbetätigte Tore und Türen“ sind re­gelmäßig zu prüfen und zu warten. Was, wann und wie zu warten ist, bestimmen eine Reihe von Vorschriften. Zu beachten sind u. a. die Unfallverhü­tungsvorschriften (UVV) und die Vorgaben der Landesbau­ordnungen. Hinzu kommen die Richtlinien der Hersteller und die der Verbände, z. B. die Richtlinie des „Industrieverbandes Tore Türen Zargen“ (ttz) „Sicherheitsüberprüfung und Wartung von Feuer- und/oder Rauchschutzabschlüssen“.

 

Für die Prüfer liegen damit klare Vorgaben vor, nach denen die Prüf- und Wartungsarbeiten durchzuführen sind – z. B. gemäß Prüfbuch, das mit jedem prüfpflichtigen Bauelement ausgegeben wird. Dieses Dokument ist zugleich der Nachweis für die ordnungs­gemäße Prüfung und den zulässigen Zustand. Die­ser Nachweis ist besonders wichtig, denn verantwortlich für den ordnungsgemäßen Zustand der Anlage ist nicht der Metall­bauer, sondern der Betreiber, der damit seine Pflichterfüllung belegen kann.

In die Planung der Prüf-Intervalle fließen nutzungs- und funk­tionsabhängige Faktoren ein. Für Feuerschutzabschlüsse empfiehlt beispielsweise die ttz-Richtlinie, jährlich bzw. nach 2.500 (Tore) / 50.000 (Türen) Schließungen zu prüfen, bei Fest­stellanlagen ist z. Z. sogar eine monatliche Überprüfung (DIBt-Richtlinie) vorgeschrieben.

Funktioniert die Anlage einwandfrei, wird dies mit dem entspre­chenden Siegel bestätigt. Besteht ein Mangel, so wird dieser im Idealfall gleich abgestellt, die Instandsetzung angeordnet oder das Element still gelegt.

 

Nur Fachleute dürfen prüfen

Um Prüfungen durchführen zu dürfen, braucht der Prüfer Spezialwissen. Dieses Know-how vermitteln beispielsweise ziel­gerichtete Fortbildungen des ttz, in denen die Teilnehmer einen Sachkundenachweis erwerben. Die Qualifikations-Anforderung steigt mit der Wichtigkeit des Bauteils für die Sicherheit von Personen.

Neben den Schulungs­angeboten des ttz bieten die Hersteller auch selbst ent­sprechende Qualifizierungskurse an – der Hersteller Teckentrup beispiels­weise mit eigenen Seminarleitern oder in Kooperation mit Partnern der Beschlags-Industrie.

 

Wartungspflichten

Die Prüfung und Wartung von Toren, Feuerschutztüren und Feststellanlagen ist nicht einheitlich geregelt. Die Bauordnung fordert allgemein, dass „bauliche Anlagen … sowie ihre Teile … so instand zu halten sind, dass die öffentlichen Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben oder Gesundheit, und die natür­lichen Lebensgrundlagen nicht gefährdet werden.“ Mit den weiteren Normen und Vorgaben entstehen unterschiedliche Profile für Türen und Tore mit Antrieb, für Feststellanlagen und für Spezialtüren ohne Antrieb.

 

Kraftbetätigte Türen und Tore

Jedes Tor und jede Tür mit Antrieb fällt in diese Kategorie. Die Prüfung umfasst einen vollständigen Funktionscheck. Dazu ge­hört z. B. bei Industrietoren die Kontrolle von Lichtschranken und Absturzsicherungen. Diese Arbeiten dürfen auch Fach­kundige durchführen.

Die Prüfpflicht umfasst auch Garagentore in privatem Besitz – wenn das Tor mit einem Antrieb ausgestattet ist und die Garage „öffentlich zugänglich“ ist. Das ist sie immer dann, wenn kein zusätzlicher Zaun die Zufahrt vom öffentlichen Raum trennt, unabhängig davon, ob das Grundstück vor der Garage privat oder öffentlich ist.

 

Feststellanlagen von Feuerschutztüren/-toren

Ein Kernunterschied für diese regelmäßigen Funktionsprüfun­gen sind die Intervalle: Eine Überprüfung ist z. Zt. monatlich vor­geschrieben. Dieser Check darf von jedermann durchgeführt werden, also auch vom Hausmeister. Die jährliche Prüfung und Wartung ist wesentlich strenger, für diese kommen nur Sach­kundige infrage, also Fachleute, die sich spezifisches Wissen angeeignet haben. (Für diese Wartungen gibt es ebenfalls Qualifizierungs-Schulungen der Industrie). Ein elementarer Teil der Wartung ist die Überprüfung der automatischen Auslösung der Feststallanlage und die damit verbundene Schließung des Feuerschutzelementes im Brandfall.

 

Spezialtüren

Unter die Vorgaben der Landesbauordnungen (vgl. z.B. §3 LBO Nordrhein-Westfalen) fallen auch Schutztüren ohne Antrieb – also herkömmliche Feuer- und Rauchschutztüren, einbruch­hemmende Türen und Schallschutztüren.

Ebenso liegt die Verantwortung für die Funktion und die Pflicht, regelmäßige Prüfungen nachweisen zu können, beim Betreiber. Und auch hier gilt analog, dass die Wartung durch den Hand­werker als Dienstleister dem Eigentümer genau diese Pflicht abnimmt. Die Prüfkriterien sind in diesem Fall geringer als bei den motorisch betriebenen Ausführungen – aber auch hier muss z. B. der sichere Verschluss von Feuerschutztüren und die Dichtungsfunktion bei Rauchschutztüren getestet werden. Das erforderliche Wissen lässt sich in Seminaren der Hersteller oder des Verbandes erlangen.