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Dokumententyp: News



Auf den Rosenheimer Fenstertagen hat Peter Rathert am 11. Oktober in seiner Funktion als Referatsleiter Gebäude- und Anlagentechnik im BMVBS die Eckpunkte des Referentenentwurfs zur EnEV 2013 vorgestellt. Auch wenn noch um die Details des Referentenentwurfs vom 15.10.2012 gerungen wird, ist erkennbar, dass die Überarbeitung aufgrund des Wirtschaftlichkeitsgebots 2013 moderat ausfällt und erst später in zwei Stufen weiter verschärft werden soll.

 

Die allgemeine Zielsetzung sieht eine schrittweise Absenkung des zulässigen Jahresprimärenergiebedarfs und damit der Gebäudereferenzwerte für Neubauten in zwei Schritten (2014 und 2016) um je 12,5 % vor, um das Ziel der europäischen Gebäude-Effizienzrichtlinie (EPBD) zu erreichen. Die Anforderungen an den Gebäudebestand sollen in der EnEV 2013 erst einmal bestehen bleiben.
Auch die Bauteildaten des Referenzgebäudes von 2009 bleiben unverändert, es wird aber der gesamte erlaubte Primärenergiebedarf um 12,5% erniedrigt.

 

Die Nebenanforderung an den Transmissionswärmeverlust H´T soll dann auch in zwei Schritten um je 10 % verringert werden, ist aber je nach Gebäudetyp unterschiedlich (5% bis 30%). Allerdings gehen die Regelungen zum Transmissionswärmeverlust H´T generell zu Lasten der Fensterflächenanteile, weil hier nur die Wärmeverluste und nicht die solaren Gewinne berücksichtigt werden.

 

Das Modellgebäudeverfahren EnEV-Easy ist im Referentenentwurf enthalten, allerdings mit einer Auswahl von Heizsystemen, die das Marktangebot nicht ausreichend abdeckt. Das Verfahren kann nur unter Einhaltung bestimmter Randbedingungen angewendet werden. Es gilt nur für kompakte, nicht gekühlte Wohngebäude von 100 bis 2.000 m² Nutzfläche, einer Geschosshöhe von 2,5 bis 3,0 m, einer maximalen Fensterfläche von 30 % pro Fassadenrichtung und einem Dachflächenfensteranteil < 15 %. Außerdem müssen die Wärmebrücken den Anforderungen von DIN 4108 Beiblatt 2 entsprechen, und ein Blower-Door-Test durchgeführt werden. Je nach verwendeter Haustechnik werden Klassen mit Mindestwerten für den Wärmedurchgangskoeffizienten der Bauteile definiert, die eingehalten werden müssen (Variante A – schlechter Wärmeschutz, bis Variante E – guter Wärmeschutz). Dies folgt dem Prinzip: je besser die Gebäudetechnik ist, desto schlechter dürfen die U-Werte der Gebäudehülle (Wand, Fenster etc.) sein bzw. umgekehrt.

 

Außerdem wurden die Regelungen zum Energieausweis und der sommerliche Wärmeschutz in die EnEV aufgenommen, also nicht nur einen Verweis auf die DIN 4108-2. Dies wird zu einer Verschärfung des sommerlichen Wärmeschutzes führen und kann eine Reduzierung der Fensterflächen bewirken.

 

Die EnEV soll gemeinsam mit den Änderungen des Erneuerbare-Energiengesetz (EEG) in den politischen Gremien beraten werden und soll ab dem 4. Quartal 2013 gültig sein.