Starten Sie hier Ihre Digitalausgabe

Hier finden Sie die Formulare für Bauleiter

Hier finden Sie das
Archiv der Zeitschrift
"der bauschaden"

Schadensursachen erkennen

Bauschäden fachgerecht sanieren

Haftungsfälle vermeiden

TPL_ONLINTECH_ADDITIONAL_INFORMATION

= Inhalte verfügbar für Premiummitglieder   = Inhalte verfügbar für alle

Dokumententyp: News

Fachwerkgiebel
© Jako Baudenkmalpflege GmbH
Im Frühsommer 2012 wurde ein abgetragener und zwischengelagerter, über 200 Jahre alter Fachwerk-Bauernhof in die temperierte Werkshalle von JaKo Baudenkmalpflege gebracht. Die Restaurierungsphase beginnt mit einer Prüfung und Ausbesserung des historischen Baumaterials. Das ursprüngliche Gebäude mit einer Grundfläche von 216 Quadratmetern hat eine Firsthöhe von etwa 15 Metern.

Ein auf dem Hallenboden aufgezeichneter Gebäudegrundriss unterstützt die Arbeiten beim Wiederaufbau aller Wand- und Deckenteile des Gebäudes in seinen ursprünglichen Zustand. Nach Abschluss der Restaurierungs- und Modernisierungsarbeiten wird das gesamte Gebäude wieder behutsam in transportfähige Teile zerlegt und an seinen neuen Bestimmungsort gebracht.

 

Durchgeführte Maßnahmen

Erdgeschoss
Das massiv gemauerte Erdgeschoss beherbergte einst die Wirtschaftsräume dieses Doppelwohnhauses. Im Rahmen des Restaurierungsprozesses wird das Erdgeschoss in der Restaurierungshalle neu gemauert und alte Elemente wie z. B. Tür- und Fensteröffnungen aus Sandsteinen in die Wandelemente neu eingemauert. Dabei wird bereits darauf geachtet, dass für die spätere Ganzteil-Translozierung die einzelnen Wandelemente eine Größe von etwa drei bis vier Metern haben, um transportierbare Elemente zu erhalten. Die Erstellung der Wandelemente erfolgt nach Bild- und Planvorlagen.

 

Gebäudedecke
Auf den aufgezeichneten Gebäudegrundriss wird die Deckenbalkenlage des Dachgeschosses aufgelegt. Die Schadensuntersuchung der Deckenhölzer erfolgt durch eine ausführliche Sichtkontrolle und Widerstandsbohrungen. Fäulnis oder tierischer Befall sind vielfach Gründe für eine Beschädigung des Materials. Schadhafte Hölzer werden entsprechend gekennzeichnet.

Nach der Schadensaufnahme wird mit der eigentlichen Restaurierung der Hölzer begonnen. Schadhafte Elemente werden entfernt. Hierbei wird darauf geachtet, so viel Original-Material wie möglich zu erhalten. Die Balkenoberfläche ausgetauschter Decken- und Stichbalken wird von drei Seiten bebeilt, damit das neu eingesetzte Holz dem historischen Charakter des Altmaterials ähnelt. Mittels reiner Holzblattverbindungen und Eichenstabdübeln werden die Hölzer restauriert. Hierbei muss mit größter Sorgfalt vorgegangen werden, damit die Lehmwickel in den Deckenfüllungen und die Putzdecke nicht beschädigt werden.

 

Fachwerkhölzer und Giebelwände
Auch die Fachwerkwände werden nach und nach in der Restaurierungshalle aufgestellt. Das Fachwerk dieses alten Bauernhofs ist mit Feldsteinen und Kalkputz ausgeputzt. Bei der Schadenskontrolle zeigte sich, dass eine Giebelseite durch Witterungseinflüsse stark beschädigt wurde. Zur Restaurierung der Fachwerkhölzer müssen Gefache entnommen werden. Das gesamte Wandrähmholz sowie das Schwellenholz der zweiten Giebelseite müssen komplett ausgetauscht werden, da es durch Fäulnis und tierischen Befall starke Beschädigungen zeigte. Statt eines kompletten Austausches eines Holzes erfolgt an anderer Stelle teilweise nur eine Schadstellensanierung. Alle Elemente, die nicht befallen sind, werden gesäubert und wieder in den Bestand eingearbeitet.

 

 

Mehr zum Thema: