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Dokumententyp: News

Baumängel vom Keller bis zum Dach bei Neubauten
© Bauherren-Schutzbund e.V.
Für eine aktuelle Gemeinschaftsstudie vom Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) und dem Institut für Bauforschung e.V. Hannover (IFB) zur Bauqualität von Ein- und Zweifamilienhäusern wurden 800 Baustellenkontrollen von BSB-Bauherrenberatern bei 100 Neubauvorhaben von Ein- und Zweifamilienhäusern aus den Jahren 2009 bis 2011 analysiert. 1.829 Mängel wurden während des Bauablaufs dokumentiert - das sind durchschnittlich 18 Baumängel pro Bauvorhaben.

Bei der Bauabnahme lagen im Schnitt noch 14 Mängel vor – sowohl neu festgestellte als auch bereits während des Bauablaufs dokumentierte Baumängel.

 

Rohbau, Statik und Dachkonstruktion besonders anfällig

19 Prozent aller und damit die meisten Mängel entfallen auf Rohbau, Statik und Dachkonstruktion. Diesen folgen in der Häufigkeit die Gebäudeabdichtung, der Innenputz und der Innenausbau. Auch in den Bereichen Wärmedämmung, Schallschutz und Brandschutz besteht eine hohe Mängelhäufigkeit. Genauso wurden zahlreiche Mängel am Dach und der Fassade, an Fenstern, Türen und der luftdichten Ebene gefunden. Auch technische Anlagen – darunter vor allem die Heizungsanlagen, die Elektroinstallationen und die Sanitäranlagen – waren keinesfalls mängelfrei.

Bei den 100 dokumentierten Bauvorhaben wurde eine nicht unbeträchtliche Zahl schwerwiegender Mängel aufgedeckt. So wich eine ausgeführte Dachkonstruktion von der vorgegebenen Statik ab, Bewehrungsarbeiten wurden fehlerhaft ausgeführt, Auflager von Wand- und Treppenelementen waren nicht sachgerecht hergestellt. Typische Schwachstellen bei Fenstern und Türen waren mangelhafte Anschlüsse von Fensterbänken und Abdichtungsfehler.

Folgen dieser auf ungenügende Qualität in der Planung, Ausführung und Bauleitung zurückzuführenden Mängel sind u. a. Rissbildungen, Feuchteschäden und hohe Energiekosten.

 

Bauschadenskosten durch rechtzeitige Mängelbeseitigung vermeiden

Beispielhaft rechnet die Studie auf Basis von Baupreisdatenbanken und der Analyse von Versicherungsschäden hoch, welche Schadenbeseitigungskosten durch rasche Mängelbeseitigung erspart geblieben sind. Das Spektrum der vermiedenen Schadenskosten reicht bei den ausgewählten Beispielen von 12.000 bis 40.000 Euro.

So wurde an einem Einfamilienhaus Schimmelpilzbefall durch die fehlerhaft ausgeführte Wärmedämmung und undichte Fenster festgestellt. Die Beseitigung von Fehlstellen in der Dämmung und das Nacharbeiten der Fenster kosteten 3.500 Euro. Erspart blieben 20.000 Euro Bauschadenskosten.

In einem anderen Fall wurde im Dach einer Doppelhaushälfte eine stark durchnässte Zwischensparrendämmung eingebaut. Der Austausch belief sich auf 6.500 Euro, vermieden wurden geschätzte 12.500 Bauschadenskosten.

Wichtig: In solchen Kostenschätzungen sind auch Kosten zu berücksichtigen, die entstanden wären, wenn Fördermittel aufgrund verfehlter KfW-Auflagen nicht gewährt worden wären, eine Wertminderung des Gebäudes verursacht wird oder Heizkostensteigerungen entstehen.

 

Baubegleitende Qualitätskontrollen

Werden Mängel rechtzeitig aufgespürt und beseitigt - während der Bauphase und vor allem bevor sie von Folgegewerken verdeckt werden – bleiben kosten- und arbeitsaufwändige Nachbesserungen und große Schadenssummen erspart. „Die frühzeitige Beseitigung der jeweiligen Mängel im Bauablauf lässt sich mit deutlich geringeren Kosten und ohne weitreichenden Folgen für die Bauqualität durchführen“, folgert Dipl.-Ing. Heike Böhmer, Direktorin des IFB. Folgeschäden aufgrund nicht rechtzeitig entdeckter Mängel könnten beispielsweise später eine umfangreiche Sanierung erforderlich machen, im schlimmsten Falle sogar den Rückbau und Neubau von Gebäudeteilen.

 

Der Forschungsbericht steht im Internet unter www.bsb-ev.de als Download zur Verfügung.