Starten Sie hier Ihre Digitalausgabe

Hier finden Sie die Formulare für Bauleiter

Hier finden Sie das
Archiv der Zeitschrift
"der bauschaden"

Schadensursachen erkennen

Bauschäden fachgerecht sanieren

Haftungsfälle vermeiden

TPL_ONLINTECH_ADDITIONAL_INFORMATION

= Inhalte verfügbar für Premiummitglieder   = Inhalte verfügbar für alle

Dokumententyp: News

Privatwege, Zufahrten sowie Parkplatzflächen vor Supermärkten und Logistikbereichen werden häufig in Pflasterbauweise errichtet. Die Pflasterbauweise zur Herstellung von Flächen und Wegen bringt viele Vorteile mit sich. Denn so lassen sich selbst kleine oder verwinkelte Flächen herstellen, die durch Farb- und Formgebung individuell gestaltet werden können. Bei den mehreren 100.000 Quadratmetern Pflasterflächen, die in Deutschland pro Jahr hergestellt werden, bieten allerdings die häufig verwendeten Kunststeinmischungen viele Angriffsflächen für Schäden – mit erheblichen Konsequenzen.

 

„Bei allen Vorteilen, die Pflasterflächen besitzen, sind die zahlreichen kleinen und großen Schäden auf hergestellten Flächen nicht zu übersehen“, erklärt Dr. P. J. Wagner, Gutachter der GTÜ – Gesellschaft für Technische Überwachung mbH und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. „Spurrillenbildung oder Absackungen, zerborstene Steine, fehlender Verbund oder innere Steinschäden mit Ausbrüchen um einen Schadenskeim führen jährlich zu Millionenschäden auf privaten, öffentlichen und gewerblich genutzten Flächen“, so Wagner weiter.

 

Eine wesentliche Ursache für Schäden ist bereits die mangelnde Expertise bei der Auswahl der Materialien. Die Auswahl der richtigen Materialien sollte vor allem nach mechanischen Gesichtspunkten getroffen werden: Die Frage nach den Lasten, die Häufigkeit der Überfahrten und die Art der Fahrweisen bestimmen, wie stabil der Pflasterstein sein muss. Die Basis einer stabilen Bepflasterung wird allerdings nicht nur durch das Material entschieden, sondern durch eine in der Tiefe liegenden Gründung, die die Lasten von Pflasterflächen abtragen. „Wie bei einem Haus bestimmt die Gründung die Schadensfreiheit von Verkehrsflächen“, erklärt Wagner. „So muss auch der Unterbau auf die Nutzung abgestimmt werden“, so Wagner weiter. Eine zusätzliche Frostsicherheit bewahrt die Flächen vor einem Anheben oder einer Verschiebung bei Temperaturen unter null Grad.

Unterbau von Straßen darf nicht vernachlässigt werden. Sind Material und Aufbau korrekt bestimmt, kommt es auf die Ausführungsqualität des beauftragten Unternehmens an. Erfahrungen zeigen, dass Fehler häufig bereits bei der Herstellung des Unterbaus auftreten. Eine schlechte Verdichtungsqualität der Tragschichten kann schwerwiegende Folgen haben. Auch eine unzureichende Grundwasserableitung kann zu einem zu hohen Wassergehalt im Unterbau führen und somit eine Auflockerung der verbauten Materialien herbeiführen. An der Oberfläche müssen die Fugen korrekt verfüllt und die Zuschlagsstoffe des Steingemischs richtig gewählt werden.

 

Die Ursachen von Schäden an Pflasterflächen sind vielfältig. Der sicherste Weg Schäden beim Pflasterbau zu vermeiden ist die Kontrolle der Planungs-, Material- und Ausführungsqualität.

Mit Hilfe verschiedener Techniken und Methoden ist es möglich, Schäden und Folgeschäden vorzubeugen. „Insbesondere durch eine moderne Messtechnik, die Radarsensorik, kann durch den Stein bis in den Unterbau und Untergrund hinein geleuchtet werden, um Art und Umfang von Schäden sichtbar zu machen“, erläutert Wagner. „Auf der Grundlage der gewonnenen Daten kann anschließend das Gutachten mit Aussagen über Schadensursache, Verursacher und die Möglichkeiten der Schadensbeseitigung erarbeitet werden“, so Wagner. Wurde der Bau bereits abgeschlossen, können mit Hilfe der Sensorischen Endkontrolle, kurz „Sekon“, die erbauten Pflasterflächen auf ihre Qualität hin untersucht werden. „Denn anders als bei Hochbauten werden Verkehrsflächen erst nach der Fertigstellung real belastet“, sagt Wagner. „Die dynamischen Lastwechsel, also Überfahrten, Parken, führen immer zu Veränderungen in der Fläche und können mit der Sekon frühzeitig erkannt und dokumentiert werden“, so Wagner abschließend.