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Dokumententyp: News

Geschlossenporige Beschichtung
© Remmers Baustofftechnik GmbH
Der Rohbau steht, der Herbst ist da. Und jedes Jahr von Oktober bis Ostern steht der Einbau neuer Holzfenster auf dem Zettel. Kein guter Zeitpunkt, denn die frisch beschichteten neuen Fenster sind, so Remmers, den speziellen Belastungen von Winterbaustellen häufig nicht gewachsen.

 

Früher oder später zeigt sich das durch Blasenbildungen im Außenbereich der Fensterflügel. Die Eckverbindungen können bis zu mehreren Millimetern aufgequollen sein. Die Holzfeuchte liegt dann an der Außenseite unter Umständen über 30 %. Damit ist der Fasersättigungsbereich in den Zellhohlräumen überschritten und freies Wasser liegt vor.

 

Wo kam es her und wie kam es bis dorthin?

Sachverständige ermitteln als Ursache für die hohe Feuchtigkeit meist eine hohe relative Luftfeuchtigkeit im Gebäude während der Bauphase, gleichzeitig besteht ein Temperaturgefälle. Bei Innentemperaturen im Bau von +10 °C und Außentemperaturen von –20 °C ergibt sich z. B. eine Differenz von 30 K. Dadurch entsteht ein Dampfdruck von innen nach außen, der immer den Weg des geringsten Widerstandes wählt.

Da die Fenster am Mauerwerksanschluss bei richtiger Einbauweise im Prinzip dicht sind, bleibt scheinbar nur der Weg durch das Holz, aber das ist nur bedingt richtig. Viele Darstellungen suggerieren einen Dampfdruck durch die Holzkonstruktion. Dazu wären mehrere Zentimeter und zwei Leimfugen zu überwinden und das ist, so Remmers, nicht der Weg des geringsten Widerstandes. Dieser findet sich in der Fuge zwischen Glashalteleiste und Flügelrahmen. Die feuchte Luft gelangt bis zum Ende des Glasfalzes und muss dann nur noch 18 mm Holzdicke überbrücken. Die direkte Folge dieses Feuchtigkeitseintrags von innen ist die starke Erhöhung der Holzfeuchte bis zum Aufbau von regelrechten Wassernestern unmittelbar hinter der äußeren Lackschicht.

Die Konsequenz: Wasser darf nicht in die Holzkonstruktion eindringen und den Glasfalz erreichen.

 

Dichtungshersteller haben deshalb schon vor Jahren neue Vorschläge zum Abdichten der Fuge zwischen Glashalteleiste und Flügelrahmen gemacht, die aber laut Remmers auch keine hundertprozentige Abhilfe herbei führten. Weitere flankierende Maßnahmen blieben erforderlich und hier konnte durch die Lackindustrie ein entscheidender Beitrag geleistet werden.

Eine Beschichtung schützt in der Regel das Holz hinreichend vor Niederschlägen und verhindert das Eindringen von Wasser in die Konstruktion. Allerdings nimmt jeder Lack und jede Lasur bei lang andauernder Einwirkzeit auch Wasser auf. Der in der Norm DIN EN 927-5 geforderte Wert von unter 175 g/m² wird bei vielen Beschichtungen aber erst nach 3 bis 4 Wochen Aushärtezeit erreicht. In diesem Zeitraum entstehen die meisten Fensterschäden auf Winterbaustellen.

 

Das Unternehmen Remmers hat nun eine Beschichtung entwickelt, die eine „Wasserbremse" nicht erst nach Wochen, sondern bereits am ersten Tag nach der Verarbeitung aufbaut. Das Ergebnis ist der neue Fensterdecklack Induline DW-601 „Aqua Stopp". Bei ihm erfolgt die Aushärtungsreaktion nach eigenen Angaben wesentlich schneller, der geforderte Wasseraufnahmewert von unter 175 g/m² ist bereits nach 72 Stunden erreicht!

Möglich wurde dieser Erfolg, so Remmers, durch den Einsatz eines neuen Mehrphasenpolymers als Bindemittel, der im Molekularbereich so dicht konfiguriert sei, dass der Lackfilm kaum Feuchtigkeit aufnehme. Er verschließe die Hohlräume des Substrats gegen flüssiges Wasser, die Diffusionsfähigkeit bliebe aber erhalten. Auch die Nasshaftung der Beschichtung werde erhöht, bei sehr guter Benetzungsmöglichkeit poriger Hölzer. Das Ergebnis sei eine geschlossenporige Beschichtung mit eleganter Oberflächenglätte.