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Dokumententyp: News

Ein Sachverständiger prüft einen Aufzug
Foto: TÜV SÜD
Für den Anlagensicherheits-Report 2011 werteten die Experten der Zugelassenen Überwachungsstellen (ZÜS) insgesamt 469.421 Aufzugsprüfungen aus, die im Jahr 2010 vorgenommen wurden (2009: 454.617). „Ohne Mängel“ waren dabei nur 48,69 Prozent (2009: 55,38 Prozent), „Geringfügige Mängel“ verzeichneten die Aufzugsprüfer bei 40,21 Prozent der Anlagen (2009: 39,88 Prozent), während 10,86 Prozent „sicherheitserhebliche Mängel“ und 0,24 Prozent sogar „gefährliche Mängel“ aufwiesen (2009: 4,46 Prozent und 0,28 Prozent).

 

Sachverständiger hat die komplette Anlage im Blick

Die wiederkehrende Prüfung durch eine ZÜS findet alle zwei Jahre statt. Dabei hat der Sachverständige die komplette Anlage im Blick, wie z.B. das Steuerungssystem, Fangvorrichtungen, Geschwindigkeitsbegrenzer, Tragmittel aber auch Schacht- und Kabinentüren. Zwischen zwei wiederkehrenden Prüfungen ist eine Zwischenprüfung vorgesehen.

 

Hohe Dunkelziffer

Die Experten schätzen, dass es eine hohe Dunkelziffer an defekten Aufzügen gibt, da etwa 200.000 bis 250.000 Aufzugsanlagen nicht von einer ZÜS geprüft werden. Einen wichtigen Hinweis, ob die Prüfung stattgefunden hat, gibt die Prüfplakette einer ZÜS. Allerdings ist es dem Betreiber freigestellt, sie am Aufzug anzubringen.

 

Regelmäßige Wartung

Angesichts dieser Zahlen appelliert Dr. Klaus Brüggemann, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des VdTÜV an die Betreiber von Aufzügen, ihre Anlagen regelmäßig zu warten und die Inspektionstermine ernst zu nehmen. „Offenbar gibt es auch einen Zusammenhang zwischen der Wirtschafts- und Finanzkrise der vergangenen Jahre und dem Anstieg der Mängelquote“ erklärt Dr. Brüggemann. „Trotz knapper Budgets sollte die Investition in Sicherheit aber immer an erster Stelle stehen.“

 

Mängelbehebung

Erstmals werteten die Experten im Jahr 2010 die Ergebnisse vor- und nach einer Aufzugsprüfung aus. Dabei wird deutlich, dass auf Veranlassung des ZÜS-Sachverständigen eine Vielzahl an Mängeln bereits während der Prüfung durch ein Wartungsunternehmen behoben wird. So waren vor der Prüfung nur 41,27 Prozent der Anlagen mängelfrei, 42,45 Prozent wiesen geringfügige Mängel auf und 15,51 Prozent hatten sicherheitserhebliche Mängel. Gefährliche Mängel stellten die Experten vor der Prüfung bei 0,77 Prozent aller Aufzüge fest – legt man einen Anlagenbestand von 700.000 Aufzügen zugrunde, werden demnach etwa 108.000 Aufzüge mit sicherheitserheblichen Mängeln betrieben und sogar rund 5400 Anlagen mit gefährlichen Mängeln. Werden sie nicht repariert, müssen sie sofort stillgelegt werden.

 

Hohe Bedeutung der Anlagensicherheit

Der komplette Anlagensicherheits-Report wurde im September 2011 in der VdTÜV-Zeitschrift „Technische Überwachung“ veröffentlicht. Darin werden nicht nur die Aufzugsanlagen Thema sein, sondern auch Druckgeräte und Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen. „Die Bedeutung der Anlagensicherheit für die Gesellschaft ist immens“, betont Dr. Brüggemann. „Nicht ohne Grund gehören Aufzüge, Druckbehälter und Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen zu den überwachungsbedürftigen Anlagen. Diese Anlagen haben ein erhöhtes Gefährdungspotenzial für die Beschäftigten, aber auch für Dritte, also beispielsweise für die Nutzer eines Aufzugs.“ Nur wenn die beanstandeten Mängel konsequent aufgezeichnet, zusammengefasst, bewertet und wenn daraus Konsequenzen gezogen würden, könnten Fehlentwicklungen schnell und umfassend erkannt und behoben werden. Und nur so könnten auch technische Regelwerke auf dem neuesten Stand gehalten werden.

 

Quelle: Verband der TÜV e. V. (VdTÜV)