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"der bauschaden"

Schadensursachen erkennen

Bauschäden fachgerecht sanieren

Haftungsfälle vermeiden

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Dokumententyp: News

Überprüfung der Standsicherheit© GTÜ Als kommunale Hochbauten sind Schulgebäude, Sport- oder Schwimmhallen, Bauten für die Erwachsenen- und Weiterbildung, Kultur oder Freizeitgestaltung wesentlicher Bestandteil des kommunalen Haushalts. Für den Werterhalt empfiehlt die GTÜ -Gesellschaft für Technische Überwachung, ihre Standsicherheit alle 6 bis 9 Jahre überprüfen zu lassen.

 

Eine regelkonforme Planung und Ausführung, sowie gewissenhafte Bauerhaltung stellen sicher, dass Bauwerke während ihrer Nutzungsdauer stets die Anforderungen an die Standsicherheit, Gebrauchsfähigkeit, Dauerhaftigkeit und Verkehrssicherheit erfüllen. „Eine regelmäßig Prüfung auf Standsicherheit trägt zum Werterhalt der Liegenschaft bei und empfiehlt sich insbesondere bei nachträglichen Gebäudeumnutzungen oder Bauwerkserweiterungen, bei denen sich die planerischen, bautechnischen und bauphysikalischen Anforderungen ändern“, sagt Arno Harmsen, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Metallbauerhandwerk.

 

„Bei Gebäuden aus unterschiedlichen Bauepochen kommt es zur Vorbeugung von Personen- und Sachschäden besonders darauf an, Mängel an der Gebäudehülle oder Ausstattung rechtzeitig zu erkennen, darauf einzuwirken und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, bevor der Betrieb deshalb eingeschränkt werden muss oder gar zum Erliegen kommt. Darüber hinaus sind bei einer Früherkennung genaue Aussagen über den weiteren Schadensverlauf und über vorhandene Instandhaltungsdefizite möglich“, erläutert Arno Harmsen.

 

Bereits bei der Planung einer Baumaßnahme werden die Bedingungen für den späteren Aufwand bei der regelmäßigen Bauwerksprüfung festgelegt. In der Richtlinie VDI 6200 werden die Anforderungen an die Objekt- und Tragwerksplanung ebenso verbindlich formuliert, wie die Planung der technischen Gebäudeausrüstung und Außenanlagen sowie deren Ausführung. Darüber hinaus werden für den Fall einer unzureichenden Sicherheit Hinweise für vertiefte Untersuchungen zur Festlegung der aktuellen Standsicherheit und Sanierungsplanungen und für das Sicherheitsmanagement zur Zustandsprognose empfohlen.

 

Unter der regelmäßig wiederkehrenden Bauwerksprüfung ist nach VDI 6200 die Kontrolle eines Bauwerks hinsichtlich der Standsicherheit in regelmäßigen Zeitintervallen zu verstehen.

 

Zur Festlegung der jeweiligen Art der Überprüfung und der entsprechenden Zeitintervalle werden die Bauwerkstypen hinsichtlich der möglichen Folgen im Fall eines auch noch in verschiedene Schadensfolgeklassen (Consequence Classes), unterteilt, z. B. CC1 bis CC3, in denen Merkmale, Gebäudetypen und exponierte Bauteile sowie beispielhafte Bauwerke vorgegeben sind. Danach sollte die eingehende Überprüfung durch einen GTÜ-Sachverständigen der in der Schadensfolgeklasse CC3 angesiedelten Hochbauten alle sechs bis neun Jahre durchgeführt werden.

 

Neben der Richtlinie VDI 6200 gibt es eine Reihe von Normen, Qualitätsrichtlinien, Regelwerken und Vorschriften, die bei der Prüfung anzuwenden sind. Für die Prüfung auf Standsicherheit werden immer die aktuellen einschlägigen Normen für das jeweilige Gewerk zu Grunde gelegt. „Im Bestand verändern sich regelmäßig die bauaufsichtlich eingeführten Bestimmungen, während das Bauwerk unverändert genutzt wird. Zum Beispiel regelt die DIN EN 1055 die Verteilung von Schneelasten. Das heißt nicht, dass der Schnee jetzt anders fällt, sondern dass man eine hat andere Erkenntnis gewonnen hat“, so Harmsen weiter. Prinzipiell wird hier nach dem Grundsatz des Bestandsschutzes, der nach Merkblatt „Bauen im Bestand-Leitfaden“ (DBV 2008) verfahren, das besagt, dass ein Bauwerk, das zu irgendeinem Zeitpunkt mit dem geltenden Recht in Einklang stand, in seiner bisherigen Funktion erhalten und genutzt werden kann, auch wenn die Konstruktion nicht mehr dem aktuellen Recht entspricht. Werden bei der Prüfung Mängel deutlich, die eine Gefahr für Leben und Gesundheit darstellen, müssen diese umgehend behoben werden.

 

„Zur Begutachtung der komplexen Sachverhalte sollten öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige einbezogen werden“, empfiehlt Arno Harmsen. Diese können den Einsatz von Materialien, Bauweisen und Bauausführungen bewerten und objektiv einschätzen.


Die GTÜ bietet mit der Dienstleistung der Baubegleitenden Qualitätsüberwachung (BQÜ) einen eigenen Service an. Die für Baudienstleistungen eingesetzten GTÜ-Vertragspartner sind öffentlich bestellte und vereidigte sowie qualifizierte Bausachverständige mit besonderer Fachexpertise für die einzelnen Gewerke. Die GTÜ verfügt über ein bundesweites Netz von Vertragspartnern. Weitere Informationen zur BQÜ sowie eine Suchfunktion für GTÜ-Sachverständige vor Ort im Internet unter: http://bau.gtue.de